
Motorsportfest am Arlberg mit 200 Startern

Die neunte Austragung des Internationalen Arlberg Berg-Renn-Slaloms in Stuben am Arlberg wurde einmal mehr zu einem Motorsportfest der Extraklasse. An beiden Renntagen stellten sich jeweils rund 200 Teilnehmer aus sieben Nationen der Herausforderung auf der traditionsreichen Arlberg-Passstraße und sorgten für ein Rennsport-Wochenende, das Fahrer, Zuschauer und Veranstalter gleichermaßen begeisterte.
Christoph Lampert setzt neuen Streckenrekord
Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Christoph Lampert, der am Samstag mit seinem für den Bergrennsport entwickelten Nova Proto NP01 an den Start ging. Der erfolgreiche Pilot der Berg-Europameisterschaft demonstrierte eindrucksvoll seine Klasse und dominierte sämtliche vier Rennläufe.
Mit einer sensationellen Bestzeit von 57,96 Sekunden stellte er einen neuen Streckenrekord auf, der wohl erst dann ernsthaft gefährdet sein dürfte, wenn Lampert selbst wieder nach Stuben zurückkehrt.
Wolfgang Zobel überzeugt an beiden Renntagen
Über beide Veranstaltungstage hinweg war jedoch Wolfgang Zobel aus dem Lechtal auf seinem spektakulären Abarth Hayabusa V8 das Maß aller Dinge.
Hinter ihm überzeugte Hanspeter Bochsler, der eigens aus Portugal angereist war und seinen KTM X-Bow am Freitag auf Rang zwei sowie am Samstag auf Rang fünf pilotierte.
Kurt Flatz zeigte mit seinem immer besser abgestimmten Lancia Delta Integrale eine starke Leistung und belegte die Plätze drei und vier.
Auch die Lotus-Fraktion präsentierte sich in Bestform. Hermann Bollhalder war mit seinem Lotus Exige der erfolgreichste Vertreter dieser stark besetzten Gruppe und erreichte die Ränge vier und sieben. Sigi Panti brachte seinen Formel Tatuus auf die Plätze sieben und sechs. Als bester Opel-Kadett-Pilot glänzte Marco Schöbel mit den Plätzen fünf und elf.
Regen am Freitag, perfekte Bedingungen am Samstag
Der Freitag hielt mit einem kräftigen Regenschauer zusätzliche Herausforderungen bereit. Die Rennleitung reagierte umsichtig und unterbrach die Veranstaltung für einen allgemeinen Reifenwechsel.
Zudem musste das Bergefahrzeug nach einzelnen Zwischenfällen, darunter einer Felsberührung und einem technischen Defekt, mehrmals ausrücken.
Am Samstag hingegen verlief die Veranstaltung nahezu perfekt: Bei fast 1.000 Starts war kein einziger Bergeeinsatz erforderlich – ein eindrucksvoller Beleg für die hohe Qualität der Fahrer und die ausgezeichnete Vorbereitung der Fahrzeuge.
Sieger in den Klassen
In der Wertung der historischen Fahrzeuge sicherte sich Marco Maurer aus Tirol am Freitag den Sieg, während am Samstag Andreas Wurzenberger aus Niederösterreich erfolgreich war.
Die Serienfahrzeug-Wertung wurde an beiden Tagen souverän von Norbert Sieber aus der Schweiz gewonnen.
Vielfalt in der Gruppe „Gleich & Schnell“
Ein gesellschaftliches Highlight ist traditionell die Gruppe „Gleich & Schnell“, die mit ihrer Vielfalt an Fahrzeugen einmal mehr begeisterte.
Am Freitag setzte sich Remo Eugster auf Porsche Carrera gegen Conny Jäger auf Mini und Hugo Simma auf Morgan +8 durch.
Am Samstag war es Hugo Simma, der Philipp Stockklausner (BMW) und Simon Scrivener (Triumph TR6) auf Distanz halten konnte.
Hochspannung in der Regularity-Klasse
Besonders spannend verlief die stark besetzte Regularity-Klasse.
Am Freitag wurde Peter Schmitz seinem Ruf als „Mister Regularity“ gerecht und setzte sich vor Philipp Stockklausner sowie dem Steirer Erwin Pichler durch.
Am Samstag drehte Stockklausner den Spieß um und gewann vor Johann Paller und Urs Schuler.
Schmitz musste sich mit einer Differenz von lediglich 11 Hundertstelsekunden mit Rang zehn zufriedengeben – ein eindrucksvoller Beweis für das außergewöhnlich hohe Niveau und die enorme Ausgeglichenheit dieser Klasse.
Nachwuchs begeistert in der Schnupperklasse
Große Freude bereitete einmal mehr die Schnupperklasse, die jungen und neuen Motorsportbegeisterten die Möglichkeit bietet, erste Wettbewerbserfahrungen zu sammeln.
Am Freitag gewann Stephanie Hunziker vor Daniel Klehenz und Laurenz Wascher.
Am Samstag durfte sich Bruno Gentilesca vor Diego Egli und Heinz Jäger über den Tagessieg freuen.
Damenwertung fest in Schweizer Hand
Die Damenwertung wurde von Zeljka Wintsch auf Lotus vor Jenifer Röthlin auf Renault Clio gewonnen.
Perfekte Organisation und großer Dank
Trotz der wetterbedingten Unterbrechung am Freitag sowie der notwendigen Bergeeinsätze konnten sämtliche Trainings- und Rennläufe planmäßig durchgeführt werden.
Die Siegerehrungen fanden jeweils pünktlich auf der Terrasse des Après Hotel Post statt und bildeten einen würdigen Abschluss zweier hochklassiger Renntage.
Beeindruckend war einmal mehr der reibungslose und effiziente Ablauf der gesamten Veranstaltung. Die notwendige Öffnung der Strecke für den Linien- und Durchzugsverkehr konnte ebenso professionell umgesetzt werden wie die Durchführung des sportlichen Programms.
Der RRCV bedankt sich bei allen Beherbergungsbetrieben, den Busbetrieben, den Marshals, der Feuerwehr, der Gemeinde Klösterle, dem Tourismusverband, den Behörden sowie allen Fahrern und Teams. Durch das hervorragende Zusammenspiel aller Beteiligten konnte erneut eine Veranstaltung präsentiert werden, die bei Teilnehmern und Zuschauern gleichermaßen Lust auf eine Fortsetzung macht.
Blick auf das Jubiläum 2027
Die Vorfreude richtet sich nun bereits auf die 10. Jubiläumsausgabe des Arlberg-Rennens, die vom 2. bis 4. Juli 2027 stattfinden soll.
Dabei wird nicht nur ein besonderes Jubiläum gefeiert – auch die Erinnerung an die erste Austragung des Arlberg-Rennens vor 100 Jahren soll einen würdigen Platz im Programm erhalten.





